© Rainer Brabec

Neuigkeiten aus Coburg

Chronologie der Stadt Coburg

Bildnis von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha und Queen Victoria des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland.

Wichtige Stationen von der Vor- und Frühgeschichte, Frühen Neuzeit, Neuzeit, vom Freistaat Coburg und Anschluss an Bayern, von der Zeit des Nationalsozialismus bis zur Zeitgeschichte

Vor- und Frühgeschichte

1000 v. Chr.: Ausgrabungen auf dem Festungsberg, die bis in dieses Jahr zurückreichen, beweisen Besiedlung.

1056: Erstnennung der Bezeichnung „Coburg“ („mons-coburg“ = Festungsberg) in einer Schenkungsurkunde der Polenkönigin Richeza aus der Familie der Pfalzgrafen von Lothringen, die in Saalfeld und Coburg Heiratsgüter besaß. Die Echtheit dieser Urkunde ist strittig.

1353: Coburg geht in Erbfolge durch Heirat der Katharina von Henneberg-Schleusingen mit Friedrich III. von Meißen an die Marktgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin (Herzöge zu Sachsen). Die Stadt trägt von nun an den „Meißner Löwen“ im Stadtwappen.

1380: Erstmals taucht der Heilige Mauritius, der gleichzeitig Stadtpatron ist und das heutige Stadtwappen ziert, auf einer Münze auf.

1485: Coburg fällt aufgrund der „Leipziger Erbteilung“ an Kurfürst Ernst von Sachsen.

Frühe Neuzeit

1530: Martin Luther wohnt während des Reichstags in Augsburg unter dem Schutz von Kurfürst Johann dem Beständigen ein halbes Jahr lang auf der Veste Coburg. Vor diesem Hintergrund erhält die Stadt Coburg im Jahr 2015 den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

1542: Coburg wird unter Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg erstmalig Residenzstadt. Damit einher geht der Bau des Residenzschlosses Ehrenburg ab 1543. Mit dem Tod des kinderlosen Johann Ernst endet Coburgs erste Dekade als Residenzstadt im Jahr 1553.

1576/1579: Bau eines neuen, erweiterten Rathauses im Bereich des Marktplatzes. Das alte Rathaus steht dort seit ca. 1455. Ein älteres Rathaus (1402) könnte bereits in der Steingasse gestanden haben.

1572-1633: Coburg wird Residenz und Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Coburg-Eisenach. Für die beiden minderjährigen Herzöge Johann Ernst und Johann Casimir regiert deren Vormund Kurfürst August von Sachsen. Ab 1596 übernimmt Johann Casimir die alleinige Regierung in Sachsen-Coburg. Unter seiner Ägide erlebt die Residenzstadt Coburg ihre erste kulturelle Hochblüte mit einer regen Bautätigkeit.

1597-1601: Neubau der Regierungskanzlei (heute Stadthaus) am Marktplatz

1632: Wallenstein dringt in die Stadt ein und belagert erfolglos die Veste Coburg.

1680: Coburg wird wieder herzogliche Residenz.

1689: Schloss Ehrenburg brennt teilweise nieder und wird ab 1690 wiederaufgebaut.

Neuzeit

1813/1815: Während der „Befreiungskriege“ von Napoleons Herrschaft über Europa besetzen französische Truppen Coburg. Aufgrund der Verhandlungen des ehemaligen Generals der Kavallerie, Prinz Friedrich Josias, der die Franzosen daran erinnert, dass er zwei Jahre lang mit einem Heer auf französischem Gebiet stand und seinen Truppen Plünderung untersagte, blieb auch Coburg von diesem Schicksal verschont.

1816/1817: Der Hofgarten wird zum englischen Landschaftspark umgestaltet.

1826: Nach dem Aussterben der Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg 1825 kommt es zur letzten ernestinischen Teilung. Herzog Ernst I. erhält das Herzogtum Gotha, da er mit Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg verheiratet war. Im Gegenzug verzichtet er auf das Fürstentum Saalfeld. Der neu entstandene Staat ist ein Doppelherzogtum mit dem Namen Sachsen-Coburg und Gotha und wird in Personalunion von Herzog Ernst I. regiert.

1831: Prinz Leopold, ein Bruder des regierenden Coburger Herzogs Ernst I., wird König der Belgier.

1837: Grundsteinlegung des Hoftheaters (heutiges Landestheater), das am 17. September 1840 eingeweiht wird.

1840: Prinz Albert, ein Sohn von Herzog Ernst I., heiratet seine Cousine Königin Victoria von Großbritannien und Irland und wird später Prinzgemahl.

1862: Der Deutsche Sängerbund gründet sich am 21. September in Coburg.

1865: In Anwesenheit von Königin Victoria, ihrer Kinder und vieler weiterer Festgäste wird das Denkmal für Prinzgemahl Albert, der 1861 verstorben war, auf dem Marktplatz enthüllt.

1886: Walzerkönig Johann Strauß kommt von Wien nach Coburg und wird Bürger des Herzogtums. Das hat allerdings vor allem pragmatische Gründe: Hier kann er sich von seiner zweiten Frau scheiden lassen, um kurze Zeit später seine dritte Ehefrau Adele in der Schlosskirche der Ehrenburg zu heiraten.

1894: Königin Victoria von England, der Deutsche Kaiser Wilhelm II., der spätere Zar Nikolaus II. von Russland mit seiner zukünftigen Gemahlin Alix von Hessen und weitere Persönlichkeiten dieser Zeit treffen sich anlässlich der Hochzeit von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt mit Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha in Coburg.

1918: Ende der Monarchie auch in Coburg; Regierungsverzicht des letzten Herzogs Carl Eduard am 13. November

Freistaat Coburg und Anschluss an Bayern

1918-1920: Nach dem Ende der Monarchie bleibt Coburg kurze Zeit als „Freistaat Coburg“ selbstständig. Mit Verfassung, Parlament und Regierung verfügte er über alle Merkmale von Staatlichkeit, war jedoch seit dem Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung, die an der Staatenbindung des Kaiserreiches festhielt, reichsrechtlich nicht existent. Auch wirtschaftlich konnte die Selbstständigkeit nicht aufrechterhalten werden.

1920: Bei einem Volksentscheid am 30. November 1919 entscheiden sich fast 89 % der Coburger*innen für einen Beitritt des Freistaates Coburg zum Freistaat Bayern und nicht zu Thüringen. Dieser erfolgt offiziell am 1. Juli 1920. Ein vorher unterzeichneter Staatsvertrag, der bis heute Gültigkeit besitzt, regelt die gegenseitigen Verpflichtungen der beiden Staaten.

Zeit des Nationalsozialismus

1922: Während des so genannten „Deutschen Tags“ in Coburg tritt Adolf Hitler erstmals in Coburg in Begleitung von etwa 700 SA-Männern auf. Im Verlauf des Wochenendes kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten und zu zahlreichen Verletzten.

1929: Die NSDAP erringt nach den Kommunalwahlen zum ersten Mal in Deutschland eine absolute Mehrheit in einem Stadtrat. 1939 wurde Coburg deshalb der damalige Ehrentitel „Erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands“ verliehen.

1945: Am 11. April besetzt die 11. Panzerdivision der US-Armee Coburg. Die Stadt wird im weiteren Verlauf der deutschen Teilung der amerikanischen Besatzungszone zugeordnet.

Zeitgeschichte

1977: Der Coburger Glaspreis wird zum ersten Mal verliehen. Der europaweite Wettbewerb ist das wichtigste Ereignis für zeitgenössisches Glas und zeigt aktuelle Werke internationaler Künstler. Die Arbeiten der Glaspreise bilden heute den Kern der Ausstellung des Europäischen Museums für Modernes Glas (siehe 2008).

1987: Das Coburger Puppenmuseum wird in der Rückertstraße 2-3 auf private Initiative hin gegründet. Seit 2007 befindet es sich in städtischer Trägerschaft.

1989: Die Grenzen der DDR fallen am 9. November; Coburg gelangt dadurch aus dem einstigen Zonenrandgebiet in unmittelbarer Nähe zur Mauer mitten ins Zentrum des vereinigten Deutschland.

1992: Das erste „Samba-Festival“ findet in Coburg statt. In den Folgejahren entwickelt sich die Veranstaltung zur größten ihrer Art außerhalb Brasiliens. Bis heute trommeln und tanzen rund 250.000 Besucher*innen am 2. Wochenende im Juli in und durch die Stadt.

2001: Die Bärenbastei der Veste Coburg wird für Besucher geöffnet. Die Veste Coburg kann besichtigt werden. Hier sind unter anderem die Kunstsammlungen der Coburger Herzöge und das Luther-Zimmer zu sehen.

2005: Coburg wird „Europastadt“. Im Zuge der Umgestaltung des Coburger Marktplatzes wird dieser autofrei.

2008: Coburg erhält mit der Verlängerung der A73 Nürnberg–Bamberg bis nach Suhl 2008 einen Autobahnanschluss. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Oberzentrum lediglich über eine Bundesstraße an das Fernstraßennetz angebunden.
Das Europäische Museum für Modernes Glas in Rödental eröffnet. Es befindet sich gegenüber der Orangerie von Schloss Rosenau und zeigt künstlerisch gestaltetes Gebrauchsglas und Objekte sowie Skulpturen und Installationen aus Glas.

2009: Verlegung der ersten „Stolpersteine wider das Vergessen“ in der Stadt Coburg. Sie erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur. Ihre Biographien sind im digitalen Stadtgedächtnis nachlesbar.

2016: Mit der Aktion „A Christmas Tree for the Queen“ macht Coburg europaweit Schlagzeilen. Nachdem Prinz Albert einst den Brauch des Christbaums in England einführte, schenkt Coburg der englischen Königin einen rund 14 Meter hohen Weihnachtsbaum aus den Wäldern der herzoglichen Familie. Geschmückt mit mundgeblasenen Glaskugeln aus Lauscha, wird der Baum vor Windsor Castle in England aufgestellt.

2017: Unter dem Titel „Ritter, Bauern, Lutheraner“ findet im Jahr des Reformationsjubiläums die Bayerische Landesausstellung in Coburg statt.

2019: Coburg feiert mit einem großen Jubiläumsjahr die 200. Geburtstage von Queen Victoria und deren Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Neben zahlreichen Veranstaltungen in Coburg finden auch Events in London und der Isle of Wight statt, die seit fast 40 Jahren Partnerstadt von Coburg ist.
Mit der Fertigstellung der ICE-Strecke München-Nürnberg-Berlin erhält Coburg durch eine Ausschleifung auch mehrmals täglich einen ICE-Halt, mit dem man das Oberzentrum beispielsweise aus München oder Berlin in kürzester Zeit erreichen kann.

2020: Coburg begeht mit zahlreichen Veranstaltungen das 100. Jubiläum des freiwilligen Beitritts zum Freistaat Bayern.

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