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PERSÖNLICHKEITEN

Coburg ist Heimat bekannter Persönlichkeiten. Wussten Sie, dass Prinz Albert und die Königin von Großbritannien und Irland miteinander neun Kinder hatten? Oder dass der Walzerkönig Johann Strauss ein Bürger der Stadt war?

"Neuer Sitz am alten Coburg, mir im Herbst ein neuer Lenz, meine kleine Freudenfrohburg, Ehrenburg und Residenz!"

Dichter und Denker

1866 starb Friedrich Rückert, ein Zeitgenosse Johann Wolfgang von Goethes und Freund Alexander von Humboldts, in Neuses bei Coburg. An seine Wahlheimat verlor er sein Herz, wie ein Gedicht von 1833 zum Ausdruck bringt.

Wo der Dichter einst seine Frau Luise kennenlernte, erzählt heutzutage das Coburger Puppenmuseum von der Kindererziehung durch Spielzeug in bürgerlichen Familien.

Kultur pur

Gut zu wissen

Heiliger Mauritius

Der legendäre „Coburger Mohr“ findet sich überall im Coburger Stadtbild: im Stadtwappen, an Häuserfronten oder auf Kanaldeckeln. Bei dem Abbild handelt es sich um den Heiligen Mauritius, nach dem auch die Hauptkirche St. Moriz benannt wurde. Obwohl Coburg gleich zu Beginn der Reformationsbewegung protestantisch wurde, blieb der katholische Mauritius als Schutzpatron der Stadt erhalten. In jüngster Zeit gab es Stimmen, die in seiner Darstellung als Mohr einen rassistischen Hintergrund sehen. Diese Kritik bezieht sich in erster Linie auf die historische Darstellung des Heiligen, denn als Afrikaner wurde der Heilige Mauritius von den Künstlern*innen des Mittelalters häufig als Mohr dargestellt. Er soll aus Oberägypten stammen und dort im dritten Jahrhundert gelebt haben. Als General einer kampferprobten Legion und als gläubiger Christ weigerte er sich vor Beginn eines Krieges, den heidnischen Staatsgöttern der Römer zu huldigen und wurde deshalb wegen Gotteslästerung hingerichtet. Da er für seine Überzeugung eingestanden hatte, wurde er zum Märtyrer. In Coburg begegnet man dem charakterstarken Mauritius sogar auf den Giebeln des Rathauses. Dort wird er von den Coburgern*innen gerne als „Bratwurstmännle“ bezeichnet, weil sein Marschallstab angeblich die Länge der traditionellen Coburger Bratwurst anzeigt.

Lucas Cranach der Ältere

Lucas Cranach der Ältere gilt als einer der bedeutendsten deutschen Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance. Im Gefolge von Kurfürst Friedrich dem Weisen und dessen Bruder Johann verbrachte er als kursächsischer Hofmaler 1506 sechs Monate in Coburg. Er hielt sich auf der Veste Coburg auf und begleitete die Fürsten auf die Jagd, um sie dort zu studieren und später zu porträtieren. Cranach bemalte auch die Wände des großen Festsaals mit Jagdszenen, die jedoch nicht mehr erhalten sind. In den Sammlungen der Veste Coburg werden heute 33 seiner Gemälde gezeigt. In der neugestalteten Dauerausstellung der altdeutschen Sammlung in der Steinernen Kemenate wird Cranach im Kontext der Kunst seiner Zeit präsentiert. Eine Medieninstallation erinnert in der Hofstube an seinen Aufenthalt. Ein Turnierbuch (1534/1535) von Kurfürst Johann Friedrich I. kann digital studiert werden.

Martin Luther

„Reich der Dohlen“ oder „Gruboc“ nannte der unter Reichsacht stehende Martin Luther seinen Zufluchtsort, wo er sich in den Sommermonaten im Jahre 1530 fast sechs Monate aufhielt. Gemeint war damit die Veste in Coburg. Seine Wohnräume sind bis heute dort erhalten und zu besichtigen. Zur damaligen Zeit war Coburg die südlichste Bastion des Ausgangslands der Reformation und gehörte zum Gebiet der ernestinischen Kurfürsten von Sachsen. Hierher zog sich der bekannte Reformator auf Anweisung seines Landesherrn, Johann dem Beständigen, zurück, während sich der Kurfürst gemeinsam mit seinem Gefolge auf den Weg zum Augsburger Reichstag machte. Noch heute zeugen zahlreiche Ausstellungsstücke von Martin Luthers Aufenthalt auf der Veste Coburg, unter anderen der wertvolle Hedwigsbecher, den er zum Dank nach seiner Abreise vor Ort zurückließ. Im Oktober 1530 trat der Reformator die Heimreise nach Wittenberg an, wo seine Gattin, die ehemalige Nonne Katharina von Bora, auf ihn wartete. Sie kümmerte sich während Martin Luthers Abwesenheit um Familie, Gut und Gäste.

Johann Casimir

Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg (1564–1633) kam in Gotha als Sohn von Herzog Johann Friedrich dem Mittleren von Sachsen und der Wittelsbacherin Elisabeth von der Kurpfalz zur Welt. Zusammen mit seinem Bruder Johann Ernst erbte Casimir das Herzogtum Sachsen-Coburg-Eisenach. Nach einer Landesteilung fiel der Coburger Raum als Herzogtum Sachsen-Coburg 1596 an Johann Casimir. Unter seiner Herrschaft erlebte die Residenz mit dem Bau des Stadthauses am Markt, dem Zeughaus, dem Casimirianum und mit Ausbauten an Schloss Ehrenburg einen städtebaulichen und kulturellen Aufschwung. Johann Casimir förderte das Schulwesen, die Kunst und Musik und ordnete Recht und Verwaltung. Die Casimirianische Kirchenordnung 1626 gab der Coburger Kirche eine die Jahrhunderte überdauernde Verfassung. Als Herrscher sorgte er sich stets um den Staat, ließ allerdings persönlich selten Gnade walten. Während seiner Herrschaft nahmen die Hexenverbrennungen in Coburg ihren Höhepunkt.

Prinz Josias

Friedrich Josias (1737–1815) war der vierte Sohn des Herzogs Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1697–1764) aus dessen Ehe mit Gräfin Anna Sophia von Schwarzburg-Rudolstadt. Als letzter Reichsgeneralfeldmarschall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gilt er als der erfolgreichste Feldherr aus dem Hause Sachsen-Coburg. Der Prinz nahm an 13 Feldzügen und 16 Schlachten teil – in zehn Schlachten führte er persönlich das Kommando, von denen er nur drei verlor. 1806 rettete er seine Heimatstadt mit diplomatischem Geschick vor Plünderung und Brandschatzung durch die durchziehende napoleonische Armee. Die Coburger*innen waren Friedrich Josias dankbar. Doch erst über 100 Jahre später wurde 1911 am Theaterplatz ein Denkmal ihm zu Ehren errichtet. Seinen Lebensabend verbrachte der Prinz in Coburg, wo er sich das Bürglaßschlösschen errichten ließ.

Jean Paul

Der deutsche Dichter und Schriftsteller Jean Paul Friedrich Richter (1763–1825) siedelte im Frühjahr 1803 von Meiningen und Hildburghausen, dessen Herzog ihm den Legationsratstitel erteilt hatte, nach Coburg über. Hier hielt er sich ein Jahr lang auf. Jean Paul wohnte mit seiner Familie im sogenannten Prätorius’schen Haus in der Gymnasiumsgasse. Als Wirkungsstätte suchte sich der Naturfreund den Adamiberg aus, der südwestlich des Bahnhofs auf den ltzhöhen liegt. Dort arbeitete er in einem Gartenhaus. Heute ist dieser Ort als „Jean-Paul-Garten“ bekannt, wo er auch seinen bekannten Roman „Flegeljahre“ vollendet hatte. Sein heutiges Aussehen erhielt der Garten erst durch den Nachbesitzer, Kreisgerichtsdirektor Schnür. Am Gartenhaus Jean Pauls wurde eine Büste des Dichters angebracht.

Herzog Ernst I.

Ernst I. (1784–1844) ist der erstgeborene Sohn von Herzog Franz Friedrich Anton und Auguste Caroline Sophie. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1806 Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Als erster Herzog des neu geschaffenen Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha war er 1826 Begründer des gleichnamigen Fürstenhauses. Seine 1817 geschlossene erste Ehe mit Luise (1800–1831), der Tochter des Herzogs August von Sachsen-Gotha-Altenburg und Mutter seiner Söhne Ernst und Albert (späterer britischer Prinzgemahl), scheiterte. Luise musste auf Anweisung von Herzog Ernst I. hin Coburg gegen ihren Willen verlassen und durfte ihre Kinder nie wiedersehen. Ernst I. ließ Schloss- und Theaterbauten durchführen, richtete ein staatliches Lehrerseminar in Coburg ein, gründete das Gymnasium Ernestinum in Gotha, vermehrte die Gothaer Bibliothek und die Sammlungen, rief Sparkassen und Hilfsvereine ins Leben und verbesserte das Straßennetz. Während seiner Regierungszeit wurden die internationalen Beziehungen des Hauses Coburg geknüpft.

Friedrich Rückert

Er gilt bis heute als Sprachgenie: der Dichter und Orientalist Friedrich Rückert. Neben seiner Muttersprache soll er über 40 weitere Sprachen beherrscht haben. Coburg war für ihn eine prägende Lebensstation. Hier schrieb er unter anderem den „Liebesfrühling“, eine Sammlung mit Hunderten von Liedern, inspiriert durch seine Liebesbeziehung zu Anna Luise Wiethaus-Fischer, mit der er eine Familie gründete. Für seine Arbeit nutzte Rückert häufig die ehemalige Hofbibliothek, die gegenwärtig als Landesbibliothek Coburg bekannt ist. Dort finden sich sogar noch einige Bibliotheksbücher mit seinen Bleistifteintragungen. Rückert erwarb 1838 ein Gut in Neuses bei Coburg. Sein idyllisch gelegenes Gartenhaus auf dem Goldberg wurde zu seinem Lieblingsort. Er hinterlässt ein titanenhaftes Werk an Übersetzungen, genialer Dichtung, Dramen und zum Teil sehr persönlicher Lyrik. Heutzutage erinnert der Coburger Rückert-Preis, der seit 2008 in der Vestestadt vergeben wird, an sein großartiges Schaffen. Seine Nachkommen machten sein einstiges Arbeitszimmer im hinterlassenen Zustand als Erinnerungsstätte für die Öffentlichkeit zugänglich. Im alten Friedhof in Neuses hinter der Kirche liegt das Grab des Dichters.

Prinz Leopold I.

Leopold I., Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld bzw. ab 1826 Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, war der erste König der Belgier. Als achtes Kind und jüngster Sohn von Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806) und seiner Ehefrau Auguste verbrachte der Prinz seine Kindheit im Coburger Erbprinzenpalais gegenüber von Schloss Ehrenburg. Er heiratete 1816 die britische Thronanwärterin Prinzessin Charlotte Auguste, die schon ein Jahr später an den Folgen einer Totgeburt starb. Leopold verfügte über diplomatisches Geschick und politischen Weitblick. Sehr erfolgreich steuerte er die europäische Politik des Hauses Coburg, die im Laufe des 19. Jahrhunderts einige Coburger*innen auf die Throne Europas brachte. Nach seinem Amtsantritt 1831 in Belgien heiratete Leopold I. ein Jahr später Louise d’Orléans, die katholische Tochter des Königs von Frankreich. Er starb 1865 im Schloss Laeken bei Brüssel.

Herzog Ernst II.

Ernst II. war der älteste Sohn von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Saalfeld und Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg. Er übernahm 1844 nach dem Tod des Vaters die Herrschaft über das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Ernst II. war zeitlebens ein begeisterter Mäzen für Kunst, Musik und Literatur. Er hatte sehr früh eine umfangreiche musikalische Ausbildung im Klavierspiel und in der Musiktheorie erhalten. Auf Anregung seines Freundes Franz Liszt komponierte er verschiedene Opern und trat als Schauspieler auf die Bühne. Die Oper „Santa Chiara“ wurde sein erfolgreichstes und ambitioniertestes Werk. Ernst II. war unter anderem Freund des damals bekannten deutschen Schriftstellers Gustav Freytag und von Johann Strauss. Da Ernsts Ehe mit Prinzessin Alexandrine von Baden kinderlos blieb, wurde sein Neffe Alfred, der zweitgeborene Sohn seines Bruders Prinz Albert und Königin Victorias, sein Nachfolger.

Queen Victoria & Prinzgemahl Albert

Königin Victoria und ihr Coburger Prinzgemahl Albert gelten bis heute als erstes Traumpaar der britischen Monarchie. Liebe spielte in ihrer Beziehung eine entscheidende Rolle, was in europäischen Fürstenehen ihrer Zeit eher selten der Fall war. „Mein liebes Weibchen“ nannte Albert in einigen seiner Briefe keck die Frau, die 1840 seine Gemahlin wurde und als Queen Victoria, Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, von 1837 bis 1901 ein ganzes Zeitalter prägte. Durch Alberts Einfluss und politische Weitsicht gewann das britische Königshaus, trotz Krisen und Hofstaataffären, höchstes gesellschaftliches Ansehen. Das Paar bekam neun Kinder, die wiederum europaweit in Königs- und Fürstenhäuser einheirateten. Berühmte Verwandte sind Elisabeth II. von England und ihr Gatte, beide Ururenkel Victorias. Sofia und Juan Carlos von Spanien, Harald V. von Norwegen, Carl XVI. Gustaf von Schweden und Margrethe II. von Dänemark zählen ebenfalls zu ihren Nachkommen.

Johann Strauss

Nur wenige Menschen wissen, dass der Walzerkönig Johann Strauss ein Bürger der Stadt war. Der Komponist wechselte der Liebe wegen seine Staatsbürgerschaft und wurde 1886 offiziell Coburger. Seine dritte Ehe mit Adele war eine verzwickte Herzensangelegenheit im katholischen Wien des 19. Jahrhunderts. Dem damaligen Coburger Landesherrn Herzog Ernst II. war es unter gewissen Voraussetzungen möglich, Ehescheidungen auszusprechen und er schätzte Strauss‘ Talent und Freundschaft. Um erneut heiraten zu dürfen, mussten der Musiker und seine Braut 1886 die österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben. Beide wurden Bürger des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Strauss heiratete seine Adele 1887 in der herzoglichen Hofkirche von Schloss Ehrenburg, nachdem er ein Jahr in der Vestestadt gelebt hatte. Im Foyer des Rathauses finden Besucher*innen noch heute eine Gedenktafel, die an die glückliche Zusammenführung der Liebenden erinnert.

Gurken Alex

Der Coburger Alexander Otto wurde 1884 im Steinweglein nahe des Gymnasiums Casimirianum geboren. Er war eine stadtbekannte Persönlichkeit und aufgrund seiner Mundart ein echtes Coburger Original. Obwohl er eine Lehre zum Buchbinder abgeschlossen hatte, wurde er fahrender Händler mit Bauchladen und verkaufte erst Schnürsenkel und Wunderkerzen, später Gurken. Diesen Beruf wählte er möglicherweise auch wegen seines unzureichenden Sehvermögens. Alexander Otto war bei allen Volks- und Sommerfesten dabei, auch in Gasthäusern verkaufte er seine Gurken, die er als „Kümmerlinge“ anpries. Diese Tätigkeit brachte ihm seinen Spitznamen „Gurken Alex“ ein. Nach seinem Tod im Jahre 1960 wurde ihm in der Herrngasse ein Denkmal mit einem Brunnen gesetzt, um damit einen Menschen zu würdigen, der sein oft schweres Leben klaglos und selbstständig meisterte.

Martin Luther

Die Veste Coburg beherbergt Martin Luther 1530 für fünf Monate hinter ihren Mauern. Als der Reformator zu Fuß den Festungsberg hinaufgeht, fasst er seinen ersten Eindruck in diese Worte zusammen:

"Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort."
© Kunstsammlungen der Veste Coburg

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